Mittwoch, 18. Januar 2017

#lovelife {Schule}

Schule ist ja so ein Thema. die einen mögen Schule, die anderen nicht. unser Erstklasskind liebt die Schule. sie hat ihre Freunde dort, mag den Lehrer und die pädagogische Fachkraft und findet es in Ordnung, auch mal gelangweilt zu sein. unsere Neuntklässlerin dagegen kann Schule nicht mehr sehen und wenn es nach  ihr ginge, wäre die Schulzeit auch schon beendet. wie ein Job, der einfach perspektivlos ist, sitzt sie in der Schule und laaaaaangweilt sich unendlich. selbst Mathe macht kaum noch Spaß, denn der Stoff ist keine Herausforderung mehr. und auf so etwas eingehen, geht wohl nicht.

ich könnte mich den ganzen Tag über das Thema Schule aufregen. mach ich aber nicht. ich beleuchte mal die wenigen guten Dinge. Hausaufgaben zum Beispiel. Hausaufgaben sind super, wenn die Kinder alt genug sind, um sie selbstständig machen zu können. je mehr, je besser. auf diese Weise hat Frau oder Mann oder Schulteam endlich mal eine Pause von diesen Kindern... ihr merkt schon, ich meine das nicht so. ich meine das zynisch. mal ehrlich: wer um Himmels Willen denkt sich so etwas wie Hausaufgaben aus?? den Stoff festigen nach der Schule - heißt es ja immer. wie nach der Schule? das ist ja so, als wenn ich zur Arbeit ginge und danach noch mal eine Stunde über die geleistete Arbeit nachdenke, reflektiere, festige! geht es noch?? Hausaufgaben sind wichtig, damit Kinder lernen zu lernen. ja, das eben lernen meine Kinder nicht durch Hausaufgaben. meine Kinder lernen im Höchstfall, wie sie möglichst schnell vom Tisch weg kommen, um endlich spielen gehen zu können. sie blicken sehnsüchtig aus dem Fenster, dem kalten, weißen Wetter entgegen und fragen sich, wie lange sie noch hier am Tisch sitzen müssen.

aber ich wollte ja nicht meckern. ich wollte das Positive beleuchten. der frühe Schulbeginn ist definitiv nicht cool! Unterricht, der um 7.50 oder 8.00 Uhr beginnt - so eine Schweinerei. das ist mitten in der Nacht! besonders im Winter. kein Wunder, dass alle Nase lang jemand krank wird. aber nun: Freunde! ja die sind super in der Schule. wenn man welche hat! neulich habe ich mal wieder so ein armes ausgegrenztes Wesen gesprochen... da ändert sich weiß Gott auch nichts. Inklusion! das ist super, wird von mir zu 100% unterstützt. ich wäre allerdings auch dafür Hochbegabung endlich zu inkludieren. ernsthaft. bei uns in Trier gibt es eine Klasse speziell für Hochbegabte. warum muss es denn so was geben. da will jeder sein Kind drinnen sehen und die, die drinnen sind, werde vorgeführt, wie edle Porzellanvasen. verrückt ist das!

und da wäre noch die Dauer der Schule - 13 Jahre bis zum Abi, 10 mindestens.. oder wie ?? guter Gott! man verbringt seine gesamte Kindheit und mindestens den Großteil der Jugend in einer Institution ... Folter nenne ich das! und es gibt kein Entfliehen. im Gegenteil. die Schule und Lehrpläne richten sich immer mehr nach den Interessen der Wirtschaft, zukünftige Lebenswege werden von vornherein mit Erfolg drangsaliert - was, wenn ich nur Kioskverkäufer werden möchte?? ständig Genöle - von den Lehrern über die Eltern. weil Eltern sind doof und stören nur (siehe Helikopter). ständig das Genöle anders herum, weil wir Eltern uns nicht verstanden sehen, weil wir spüren (und das reicht bei Eltern), dass hier was nicht stimmt und unseren Kindern nicht gut bekommt. weil wir sehen, dass wir nichts verändern können, noch nicht mal, wenn man mitten im System ist.

Schule.. das ist so ein Thema. unser Erstklasskind ist heute morgen mit ihren Freunden zusammen zur Schule gerannt, weil sie sich so sehr gefreut hat, weil ihr egal ist, dass sie mitten in der Nacht aufstehen muss, weil sie wirklich noch sehr gerne geht. und dann war die Treppe vor der Schule nicht ausreichend gestreut und ich durfte sie zehn Minuten später mit Einhorn wieder abholen. ... es ist wie ein Synonym... wer so viel Freude für die Schule mitbringt, nun auf den wartet eine Eisscholle!

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Samstag, 14. Januar 2017

#Wochenende {Winterduft}

wonach riecht er - der Winter?? nach Apfelmus, nach eingelegten Kirschen, nach Zimt, nach Kälte, nach rosa-blauen Lichtern, die schwere Flocken mitbringen. für mich riecht der Winter nach Tannennadeln, nach eingefrorenem Waldboden. ein Winterwald riecht ganz besonders, schlafend, kalt, erwartungsschwanger, manchmal auch unerträglich hoffnungslos nass.

es sind Gerüche, die eigentlich nicht zu beschreiben sind, aber erinnern. Gerüche, die sich fest eingemauert haben. und ich erkenne jeden Winter, der ankommen mag, sofort am Geruch. es ist diese bizarre beinahe hoffnungslose Kälte, die mit den Flocken kommt, die vorher kommt, die ankündigt. Winter ist so so so schön. und so voller Erinnerungen, beinahe mehr noch als der Sommer. weil wir uns aneinander kuscheln. weil wir Schneeflocken zählen und aufgeben, weil die Finger kalt werden und die Füße irgendwann nass. weil wir froh sind, ein schützendes, ein warmes Haus zu haben. weil wir froh sind, in diesem Haus den Geruch nach Apfelmus, Zimt und Kartoffelpuffern zu riechen.
weil kleine Kinder große Kinder werden. scheinbar über Nacht. sich über Geschenke freuen, die alle hier gemeinsam gebastelt haben.
dann stehen weiße Tulpen auf dem Tisch. für mich und für unser jüngstes Kind.

und auch, wenn die Flocken nur tanzen und nicht liegen bleiben (zumindest bei uns), ist der Winter doch eine herrliche Zeit.

@holunderblüten @fräuleinordnung @karminrot
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